

Mich interessieren psychologische Modelle und Methoden besonders dann, wenn sie es ermöglichen, innere und zwischenmenschliche Prozesse besser zu verstehen und im Alltag Wirkung zu entfalten.
Denn was in uns geschieht, zeigt sich häufig auch im Außen. Und was zwischen Menschen geschieht, wirkt wiederum nach innen.
Hier stelle ich einige Ansätze vor, die mir für Selbstführung, Führung und Zusammenarbeit besonders wichtig sind.
Wir alle kennen Situationen, in denen wir „einen Kloß im Hals haben“, „aus der Haut fahren“ oder anders reagieren, als wir eigentlich möchten.
Das Internal Family Systems (IFS) Modell von Richard Schwartz bietet einen hilfreichen Zugang, um solche inneren Dynamiken zu verstehen.
Es geht davon aus, dass unterschiedliche innere Anteile unser Denken, Fühlen und Handeln beeinflussen. Lernen wir sie besser kennen, können wir bewusster mit unseren Reaktionen umgehen und unseren Handlungsspielraum erweitern.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Selbstenergie, die sich in Qualitäten wie Ruhe, Klarheit, Neugier und Mitgefühl zeigt und mehr innere Führung ermöglicht.
Weitere Infos: Internetseite des IFS Germany e. V.

Um uns in eine gewünschte Richtung bewegen zu können, brauchen wir eine Vorstellung davon, was entstehen soll. Je konkreter diese wird, desto leichter können wir unser Wahrnehmen und Handeln darauf ausrichten.
Die Wunderfrage von Steve de Shazer hilft, die erwünschte Zukunft nicht nur zu beschreiben, sondern ein Stück weit vorzufühlen. Auch das Zürcher Ressourcen Modell (ZRM) bezieht neben dem Verstand emotionale und körperliche Reaktionen in die Entwicklung stimmiger Ziele ein.
Wichtig ist mir der Blick auf vorhandene Ressourcen und Muster des Gelingens: Was funktioniert bereits? Wann gelingt es besser? Was ist dann anders? Fortschritte bewusst wahrzunehmen stärkt die Zuversicht und unterstützt die nächsten Schritte.


Mich faszinieren Entwicklungsmodelle, weil sie zeigen, wie sich im Laufe unseres Lebens die Art verändert, wie wir uns selbst und andere verstehen, Gefühle und innere Reaktionen wahrnehmen und Beziehungen gestalten.
Das Modell der Ich-Entwicklung nach Jane Loevinger beschreibt unterschiedliche Haltungen mit jeweils eigenen Stärken und Grenzen. Es hilft zu verstehen, welche innere Logik hinter unserem Denken und Handeln liegt.
Für meine Arbeit sind diese Modelle vor allem eine Einladung, weniger schnell zu urteilen und genauer hinzuhören: Welche Annahmen und Werte liegen einer Sichtweise zugrunde? Und welche weiteren Perspektiven könnten hinzukommen?
